Dem Buchenwald im Kraichgau einen Wert geben oder die Sehnsucht nach dem Bürgerwald

28. August 2014  Meldungen

doku-15

dem Wald einen Wert geben

-Rückegassen in den Kraichgauwäldern-

Ein Appell an die Mächtigen

Der Wald ist Teil der Kraichgaulandschaft mit hoher Bedeutung für den Naturhaushalt und ein prägender Teil meiner Heimat des Kraichgaus. Man kann es nicht schöner ausdrücken als Tucholsky( im Jahr 1921) in seinen Reisebeschreibungen in Süddeutschland: Wer kennt “Odenwald und Spessart” und “Heimat”.
Textauszüge:
..man fühlt hier ungeheuer intensiv, was das ist: Deutschland
Hier herrscht der Laubwald vor, und wenn er auch nie das werden kann, was er nach den alten Jagdberichten einmal gewesen ist: ein Ort strotzend von Getier, erfüllt vom Kreischen,Singen, Kriechen,Hüpfen und Röhren der Tiere,wenn unser Wald fast überall schon eine mäßig belebte und bewegte Holzkammer geworden ist, so atmet er doch sehr viel deutsche Luft…… ,der Laubwald also herrscht vor, hügelig aufgebaut, mit hohen weiten Wipfeln; manchmal, bei grauem Wetter steht so eine dunkel-grüne Masse starr und still in der Luft, ruhend unbeweglich….Und der Buchenwald: und das Moos, auf dem sich weich geht, daß der Schritt nicht zu hören ist; es gibt ein Gefühl jenseits aller Politik und aus diesem Gefühl heraus lieben wir dieses Land….
Den Tränen kommen auf, liest man nach solch einem Bekenntnis die Richtlinie der Forstverwaltung zur Feinerschließung der Wälder. In der Besinnung auf die Vergangenheit liegt die Zukunft des Waldes. Für den Gemeindewald muss eine neuzeitliche Form der ursprünglichen Markgenossenschaft gefunden werden. Hier liegt der Schlüssel und nicht in den Vorgaben einer anonymen Verwaltung. In mir bleibt die Hoffnung, dass sich die Mächtigen dieser Entwicklung bewusst werden, dem Bürger die Möglichkeit geben, unter Formulierung einer Kosten-,Nutzenrechnung, mit organisatorischer und rechtlicher Unterstützung, ihren Wald in eigener Verantwortung zu bewirtschaften.

wald-eichtersheim-2

AUFRUF

Rettet Eure Wälder
die Sehnsucht nach der
Angelbachtaler Waldgenossenschaft

Die Kraichgau-Wälder waren, sind und bleiben eine wichtige Ressource für die örtliche Gemeinschaft. Die heute getroffenen Entscheidungen wirken über Jahrhunderte. Aus diesem Grund sind Eingriffe, Nutzungsänderungen, Wegeplanungen und Rückegassenbewirtschaftung im Gemeindewald zu dokumentieren und dem Bürger zur Verfügung zu stellen. In den jährlichen Forstberichten ist nicht nur der Zu-,bzw. Abgang des Holzvolumens zu beschreiben, gleichrangig hat auch eine ökologische Bewertung zu erfolgen. Diesen Anspruch hat der Bürger vor Ort. In Notzeiten und bei kriegerischen Auseinandersetzungen, die möglicherweise auf Europa zukommen, wird der Wald nicht nur Energielieferant sondern auch Nahrungsmittelspender sein.
Dies gilt insbesondere für die Buche und Eiche. Beide Baumarten finden im Kraichgau hervorragende Wachstumsbedingungen.
Es versteht sich von selbst, dass sorgfältig mit diesem Naturgut umgegangen wird.

Die Nutzung und Gestaltung des Gemeindewaldes sollte (wie es früher einmal war) der örtlich Gemeinschaft übertragen werden. Der Bürger wurde durch Gesetz entmündigt.

Die Wertschöpfung muß bei der Gemeinde bleiben. Heute dagegen wird unter WERT das Natur-und Kulturgut Wald ver…. (hier kann man fast jeden Begriff einsetzen). 

wolfgang


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*