RNZ-Wahlforum: Besser informiert, “was die so machen”

13. Juli 2013  Presse

Bundestagskandidaten diskutierten beim RNZ-Forum im Haus der Kirche und zeigten Profil – Breites Spektrum erörtert

[Rhein-Neckar-Zeitung vom 13. Juli 2013]

Sinsheim. Das war mehr als der oft nur flüchtige Eindruck: Gelegenheit, die hiesigen Bundestagskandidaten, ihren Ansatz und ihre Sicht der Dinge ausführlich zu erleben, bot das RNZ-Forum im Haus der Kirche. Zum Auftakt von insgesamt vier Diskussionen im Vorfeld der Bundestagswahl im Verbreitungsgebiet der RNZ standen Dr. Stefan Harbarth (CDU), Dr. Lars Castellucci (SPD), Dr. Edith Wolber (Grüne), Dr. Birgit Reinemund (FDP) sowie Bernd Malmberg (Die Linke) Rede und Antwort.

Von Tim Kegel

“Sparen oder Spendierhosen”, Haushaltskonsolidierung durch gezielte Wirtschaftsförderung, der Mindestlohn als Konjunkturprogramm, Vermögensabgaben für Spitzenverdiener, Vereinfachungen des Steuersystems bis hin zu durchaus pointierten Ideen wie dem “Spitzensteuersatz von 75 Prozent für Einkommensmillionäre” – mehr als nur “angerissen” wurde in dichten zweieinhalb Stunden die breite Palette politischen Handelns. Das Quintett zeigte Profil im Dialog mit Christian Altmeier, stellvertretender Politik-Ressortleiter der RNZ. Auch Europapolitik, Euro-Rettung, Umwelt-, Integrations- und Familienpolitik wurden teils ausführlich erörtert.

Lokalen Zusammenhängen – etwa den “konjunkturellen Aufs und Abs”, die eine seriöse mittelfristige Finanzplanung für Städte und Gemeinden nahezu unmöglich machten – widmeten sich Fragen von Wolfgang Kächele, Leiter der Lokalredaktion Sinsheim, des evangelischen Dekans und Hausherren Hans Scheffel sowie von Thomas Haffner, Dekan des katholischen Kirchenbezirks (wir berichten noch ausführlich.) Rege nachgefragt wurde auch vom zahlreich erschienenen, politisch interessierten Publikum. Der nur auf den ersten Blick ungewöhnlich dichten Kombination von Kirche und Politik widmete sich einleitend Dekan Hans Scheffel, der in seinen Gemeinden “ein großes Bedürfnis nach umfassender Information” erkennt, oft auch eine “gewisse Distanz” zwischen Bevölkerung und vor allem bundespolitischen Mandatsträgern. “Man weiß oft nicht, was die so machen”, schildert Scheffel unverblümt.

Auch ein theologisches Motiv hat Scheffel veranlasst, politische Bildung im Vorfeld der Bundestagswahl aufs Tapet zu heben: “Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung” als zentrale Gedanken und Werte in der Bibel. Drei Dinge, die fürs Handeln wesentlich seien “und sich heutzutage nur in politischen Größen zu Ende denken” ließen.


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