Schlagwort: Krieg

Kundgebung mit Infostand zum Jahrestag des Ersten Weltkrieges

02. August 2014 

Am Sa. 2.8. findet eine Kundgebung mit Infostand zum Jahrestag des Ersten Weltkrieges statt, zu der alle herzlich eingeladen sind.

August 1914: Das Deutsche Reich erklärt den Krieg
Kriege „brechen nicht aus“,  Kriege werden gemacht

Deutsche Kriegsschuld nicht verwischen  gegen Kontinuitäten deutscher Großmachtpolitik
Damals wie heute – Nein zum Krieg! 

Zeit: 11 bis 13.30 Uhr
Ort:  Theaterplatz Heidelberg

Neben dem Antikriegsforum beteiligen sich auch die VVN Heidelberg und der DGB Kreisverband Heidelberg/Rhein-Neckar.

In einer Zeit, in der führende deutsche Politiker wie Gauck, Steinmeier, von der Leyen, deutsche Leitmedien und Denkfabriken für „mehr deutsche Verantwortung“, also mehr Kriegsbeteiligungen werben, die OSt-Expansion von EU und Nato-Staaten, die Ukraine zereißt und die Konfrontation mit Russland zuspitzt, geht es beim Gedenken zum 1. WK um eine aktuell wichtige Auseinandersetzung.

Wir wollen mit der Aktion (u.a. mit dem angehängten Flugblatt)  der Darstellung widersprechen, der 1. WK sei einfach „ausgebrochen“ weil die Großmächte hineinschlittert seien. Kein Krieg ist unvermeidlich, jeder Krieg wird bewusst gemacht wird und für jeden Krieg gibt es daher auch Verantwortliche.
Wir wollen insbesondere den Bemühungen entgegentreten, Deutschland von der Kriegsschuld freizusprechen.
Und wollen zudem darauf hinweisen, dass der 1. WK – wie alle Kriege – wegen konkreter Interessen geführt wurden und dass, da die Interessen partiell fortbestehen, auch die Gefahr künftiger großer Kriege weiter besteht.


August 1914: Das Deutsche Reich erklärt den Krieg

Mit Rückendeckung der deutschen Führung erklärte Österreich-Ungarn am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg. Das Deutsche Reich selbst folgte am 1. und 3. August mit Kriegserklärungen an Russland und Frankreich. Der deutsche Angriff auf Frankreich unter Verletzung der Neutralität Belgiens und Luxemburgs führte zum Kriegseintritt Englands. Der regionale Konflikt auf dem Balkan wurde so innerhalb weniger Tage zum Weltkrieg eskaliert, dem am Ende 17 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Massenschlachten bei Verdun, an der Somme und an der Marne symbolisieren seither den Wahnsinn des Krieges.

 

Kriege „brechen nicht aus“, Kriege werden gemacht

Schaut man auf die Veröffentlichungen der letzten Monate, so war der Erste Weltkrieg im August 1914 einfach „ausgebrochen“, wie ein Vulkan. Nachdem „Konflikte sich hochgeschaukelt“ hatten, so liest man, seien die europäischen Großmächte unaufhaltsam „in den Krieg hineinschlittert“.

Wirklich Schuld hatte nach dieser Sichtweise keiner, höchstens der junge bosnische Attentäter Gavrilo Princip. Folgerichtig avancierte hierzulande das Buch des australischen Historikers Christopher Clark zum Bestseller, der Deutschland von der Kriegsschuld freispricht und behauptet, die Großmächte seien „wie Schlafwandler“ in den Krieg getaumelt.

Dieser Geschichtsklitterung widersprechen wir entschieden. Kein Krieg ist unvermeidlich, jeder Krieg wird bewusst gemacht und für jeden Krieg gibt es daher auch Verantwortliche. Auch der Erste Weltkrieg war nicht zwangsläufig. Es gab Kräfte, die gezielt auf diesen Krieg hinsteuerten und dies, obwohl die fürchterlichen Dimensionen, die er annehmen könnte, den politischen, militärischen und wirtschaftlichen Eliten durchaus bewusst waren.

Auch dieser Krieg wurde, wie alle Kriege, wegen konkreter, vor allem wirtschaftlicher und geostrategischer Interessen geführt. Er entwickelte sich vor dem Hintergrund einer sich extrem zuspitzenden Konkurrenz zwischen den imperialistischen Staaten, nachdem die Welt weitgehend unter ihnen aufgeteilt war. In allen drängte das kapitalistische Wirtschaftssystem zwangsläufig auf wirtschaftliche Expansion, auf Eroberung neuer Märkte und Ressourcen. Am aggressivsten agierten dabei jedoch die bei der Aufteilung „zu spät Gekommenen“, allen voran das Deutsche Reich. Die politische und militärische Führung sowie die wirtschaftlichen Eliten des deutschen Kaiserreiches wollten den Krieg, da ihnen der Zeitpunkt günstig schien. Sie tragen daher die Hauptschuld an dem bis dahin fürchterlichsten Krieg der Weltgeschichte.

Die Erinnerung daran bleibt wichtig, da die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen, die zum Ersten Weltkrieg führten, strukturell fortbestehen und potentiell kriegsgefährlich bleiben.

Seit den 1990er Jahren wird der Kampf um strategisch wichtige Einflussgebiete und um die Sicherung und Kontrolle von Rohstoffvorräten und Transportwegen immer öfter militärisch geführt ‒ in und gegen Irak, Jugoslawien, Afghanistan, Libyen und Syrien. Solche Kriege und Interventionen werden zunehmen, je knapper die Ressourcen ‒ allen voran Öl und Gas ‒ werden. Auch der Konflikt der beständig nach Osten vorrückenden NATO und EU mit Russland wird immer schärfer und wird in der Ukraine seit dem vom Westen geförderten Putsch ebenfalls schon blutig ausgetragen.

Außenminister Klaus Kinkel: „… nach außen gilt es etwas zu vollbringen, woran wir zweimal zuvor gescheitert sind: Im Einklang mit unseren Nachbarn zu einer Rolle zu finden, die unseren Wünschen und unserem Potenzial entspricht.“ FAZ vom 19.03.1993.

Deutschland entwickelte sich parallel dazu wieder zu einer klassischen Großmacht, für die der Einsatz militärischer Mittel schon fast wieder selbstverständlich ist. Entscheidende Schritte dabei waren die Beteiligungen am Jugoslawienkrieg und an der Besetzung Afghanistans. Führende deutsche Politiker wie Gauck, Steinmeier und von der Leyen, sowie deut¬sche Denkfabriken und Leitmedien setzen sich unter dem Slogan „mehr deutsche Verantwortung“ für einen verstärkten Einsatz deutschen Militärs, zur wirksamen Durchsetzung deutscher Interessen ein.

Joseph Fischer: „Bekommt Deutschland jetzt, nachdem es friedlich und zivil geworden ist …, all das, was ihm Europa, ja die Welt, in zwei großen Kriegen erfolgreich verwehrt hat, nämlich eine Art ›sanfter Hegemonie‹ über Europa …?Risiko Deutschland. Krise und Zukunft der deutschen Politik. Köln, 1994.

Im Zuge der Wirtschafts- und Bankenkrise wurde Deutschland endgültig zur dominierenden Macht in der EU und ist damit den Zielen, mit denen die deutschen Eliten in zwei Kriegen scheiterten, so nah wie nie: die Schaffung einer von Deutschland geführten politischen und wirtschaftlichen Union europäischer Staaten. Es liegt auf der Hand, dass auch die dadurch geförderten Ungleichgewichte zu zunehmenden Konflikten führen werden.

Die Millionen Toten der beiden Weltkriege mahnen uns: Es darf in Europa nie wieder Krieg sein und es darf von Europa nie wieder Krieg ausgehen. Die von EU-Staaten mitgeführten Kriege und Militär-Intervention müssen beendet werden. Statt auf Konkurrenzkampf und Expansion muss die deutsche Politik auf Anerkennung der legitimen Interessen anderer Staaten und die Erhaltung des Friedens ausgerichtet sein. Sie muss darauf verzichten, einseitige Interessen gegen den Willen von Nachbarn durchzusetzen. Das gilt auch angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen in der Ukraine und ihres Widerhalls im Verhältnis Deutschlands und der Europäischen Union zur Russischen Föderation.

Deutsche Kriegsschuld nicht verwischen  gegen Kontinuitäten deutscher Großmachtpolitik

Damals wie heute – Nein zum Krieg!

Kundgebung, Samstag, 2. August 2014
Beginn: 11.00 Uhr, Theaterplatz Heidelberg

 

Samstag in Heidelberg: Kundgebung zum 100. Jahrestag des 1. Weltkrieges

gfihjbfjIn einer Zeit, in der führende deutsche Politiker wie Gauck, Steinmeier, von der Leyen, deutsche Leitmedien und Denkfabriken für “mehr deutsche Verantwortung”, also mehr Kriegsbeteiligungen werben, die OSt-Expansion von EU und Nato-Staaten, die Ukraine zereißt und die Konfrontation mit Russland zuspitzt, geht es beim Gedenken zum 1. Weltkrieg um eine aktuell wichtige Auseinandersetzung.

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Ostermärsche für Frieden: Krieg ist kein Mittel der Politik!

Aufruf zu den Ostermärschen 2014

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DIE LINKE ruft dazu auf, sich 2014 an den Ostermärschen und Aktionen der Friedensbewegung zu Ostern zu beteiligen. Krieg darf kein Mittel der Politik sein! 100 Jahre nach Beginn des 1. Weltkriegs und 75 Jahre nach Entfesselung des 2. Weltkriegs wollen wir diese Botschaft kraftvoll und kreativ auf die Straßen und Plätze tragen. Ganzen Beitrag lesen »