Fidel Castro Ruz im Alter von 90 Jahren gestorben

27. November 2016  International, Kuba, Meldungen

Die Welt trauert um einen großen Mann der Geschichte. Der historische Führer der kubanischen Revolution, Fidel Castro Ruz ist am 25. November 2016 im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben.

Noch vor wenigen Monaten – am 13. August – gratulierten ihm Menschen und Staatsführer aus aller Welt zu seinem runden Geburtstag.

Gemeinsam mit seinen Kameraden befreite er sein Volk 1959 aus der Knechtschaft der Batista- Diktatur, Großgrundbesitzer und USA- Mafia, die in Kuba höchste Protektion sowohl der CIA als auch der US-Administration genossen.

Während die Menschen bis 1959 ohne medizinische Versorgung und Bildung zu Hungerlöhnen schuften mussten, herrschten in Havanna Mord, Glückspiel und Prostitution. Die Mafia wollte im Westen des Landes einen Mafia Staat errichten und den vom Zuckerrohranbau geprägten Osten durch einen gigantischen Kanal abtrennen.

Die Revolution vom 1. Januar 1959 machte den Verbrechern einen Strich durch die Rechnung. Das freie Kuba entwickelte sich trotz Blockade und zahlreicher Naturkatastrophen mit unaufhaltsamer Stetigkeit.

Fidel überstand mehrere hundert Mordanschläge von CIA Schergen. Auch die zahlreichen Terroranschläge mit über 3300 Opfern, die in den nachfolgenden Jahrzehnten von Florida aus immer wieder geplant und gegen die Kubaner ausgeführt wurden, konnten am Ende das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen.

Heute zählen die Menschen in Kuba zu den bestgebildetsten der Welt und das Gesundheitswesen des Landes ist ein Exportschlager.

Fidel genoss bis zum Schluss höchstes weltweites Ansehen. Seit Fidel 2006 von seinen öffentlichen Ämtern zurücktrat, konnte er sich über Einsamkeit nicht beklagen. Staatschefs aus aller Welt ließen es sich nicht nehmen, ihn zu besuchen. Selbst für den Papst Franziskus war es ein Anliegen, mit Fidel in seinem Haus zu einem Gedankenaustausch zusammen zu kommen.

Fidel Castro Rus, historischer Führer er kubanischen Revolution, stirbt im Alter von 90 Jahren am 26. 11. 2016 in Havanna

Fidel Castro Rus, historischer Führer der kubanischen Revolution, stirbt im Alter von 90 Jahren am 26. November. 2016 in Havanna

 

26. November 2016 Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch

Zum Tod von Fidel Castro

Zum Tod von Fidel Castro erklären Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE:

Eine bessere Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung ist möglich! Das war die feste Überzeugung von Fidel Castro. Viele junge Menschen sind in den 1960er Jahren vom Enthusiasmus der kubanischen Revolution inspiriert worden, gerade in ihrer Auseinandersetzung mit dem übermächtigen US-Imperium.

Die kubanische Revolution befreite Kuba von einer blutigen Diktatur unter Fulgencio Batista, die über 30.000 Menschen getötet hatte. Kuba war zuvor ein Ort, an dem die US-Mafia ein- und ausging. Großgrundbesitz, oft in Händen von US-Amerikanern, beutete die Landarbeiter maßlos aus. Schwarze waren einem System des Rassismus unterworfen. Nie bekam die Landbevölkerung einen Arzt zu sehen und die Rate der Analphabeten überstieg die 70 Prozent.

Es gehört zur großen Leistung von Fidel und der kubanischen Revolution, Bildung und Gesundheit kostenlos für die gesamte Bevölkerung bereitzustellen. Trotz aller Krisen, insbesondere nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus, konnte Kuba das kostenlose Bildungs- und Gesundheitssystem aufrechterhalten und verbessern – und dies zu einem Zeitpunkt, als in ganz Lateinamerika unter dem Druck des Neoliberalismus die Bereiche Bildung und Gesundheit privatisiert und große Teile der Bevölkerung dieser Länder ausgeschlossen wurden.

Fidel hatte die Vision eines Kuba, das ökonomisch unabhängig und sich rasch nach eigenen Maßstäben und Bedürfnissen entwickeln kann. Viele dieser Pläne konnten nicht eingelöst werden.

Dennoch bleibt es richtig: Emanzipation und Befreiung der Menschen hat die unabdingbare Voraussetzung, sich von der Kontrolle durch imperialistische Großmächte zu befreien. Selbst Fidels Gegner mussten seine standhafte Haltung gegenüber der mächtigen USA anerkennen. Auch wenn Kuba viel Spielraum durch seine enge Anlehnung an die Sowjetunion verlor.

Danielle Mitterand, Frau des früheren französischen Präsidenten sagte über ihn: „Aus diesem Mann macht man einen Teufel. Dabei ist er durch und durch ein Demokrat, der sein Volk liebt und sein Volk liebt ihn (zitiert in: Neues Deutschland 6.5.1996) Gemeinsam mit den Menschen in Kuba, Lateinamerika und überall dort, wo die kubanische Befreiungsbewegung einen emotionalen Wert besitzt, gedenken wir nicht unkritisch der großen Leistung dieses Revolutionärs.

 

Fidel Castro ist tot

Presseerklärung der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba:

Zum Tod von Fidel Castro

Millionen Menschen in aller Welt, besonders im revolutionären Kuba, trauern um den Kommandanten der Kubanischen Revolution, Fidel Castro Ruz. Er starb am späten Abend des 25. November in Havanna. Die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba übermittelt ihr Beileid an die engsten Verwandten von Fidel, seine Nachkommen, an seine Geschwister, darunter den Staatspräsidenten Raúl Castro, an die Kommunistische Partei und an das ganze Volk Kubas.

Nur wenige Präsidenten können von sich sagen, das sie die Geschicke ihres Volkes so positiv beeinflusst haben wie Fidel Castro. Kuba ist heute ein Lande frei von Analphabetismus, ein Land mit maximal möglicher gesellschaftlicher Gleichheit, mit politischer Partizipation auf allen Ebenen. Es handelt sich um eine Gesellschaft, die durch die Revolution, die angeführt wurde von Fidel Castro, heute auf dem Weg zum Sozialismus ist. Fidel Castro und das kubanische Volk haben der Welt gezeigt, dass es möglich und nötig ist, einen anderen Weg als den der kapitalistischen Gesellschaft des inneren und äußeren Krieges zu gehen: einen Weg der Solidarität und des Ausgleichs, in der alle das Recht und die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe an Bildung, Gesundheit und Mitbestimmung haben.

Gleichzeitig hat Kuba immer auch ein Beispiel für internationale Solidarität gegeben, das nahezu einzigartig in der Geschichte ist. Dabei hat Fidel seinen eigenen Internationalismus seinem Volk weitergegeben; bis heute sind viele Kubanerinnen und Kubaner stolz auf die internationalistischen Missionen, die zum Ende der Kolonien und der Apartheid im südlichen Afrika führten. Und nach dem scheinbaren Ende der Systemauseinandersetzung blieb Kuba seinem Ideal treu: es entsendet Zehntausende Lehrerinnen und Lehrer, Zehntausende Ärztinnen und Ärzte in die Länder der Welt.

In ihrer Erklärung zum 90. Geburtstags Fidel Castros am 13. August hat die FG BRD-Kuba gesagt, dass „die Solidarität stärker ist als der Irrationalismus, mit dem Kubas Revolution bekämpft wird. Diese Solidarität geht über den Menschen Fidel Castro, dem wir noch viele Jahre an der Seite seines Volkes wünschen, hinaus. Sie wird eines Tages auch sein Leben überdauern.“

Genau das wird sie tun. Die heute um ihn trauern, werden der Kubanischen Revolution am besten gerecht, wenn sie das Beispiel Fidel Castros fortführen, auf die Art, die ihnen möglich ist.

Bundesvorstand der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba
Köln, 26. November 2016

http://www.fgbrdkuba.de/fg/fgtxt/fg20161126-zum-tod-von-fidel-castro.php

 

Weitere Stellungnahmen:

 

Cuban Revolution Leader Fidel Castro Dies at 90

Fidel Castro Ruz

Fidel Castro Ruz

Havana, November 26 (RHC)– The historic leader of the Cuban Revolution, Fidel Castro, died in Havana, November 25th, at the age of 90.

The news was confirmed by Cuban President Raul Castro, in a late night statement on national television.  It was noted that in compliance with the express will of Fidel, his remains will be cremated.

Edited by Pavel Jacomino

Quelle: http://www.radiohc.cu/en/noticias/nacionales/113308-cuban-revolution-leader-fidel-castro-dies-at-90


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